Die Geschichte der Musik RANNARIEDL

Im Jahr 1894 kam Anton Wiener als neuer Schullehrer an die einklassige Volksschule Rannariedl.
Bereits in den ersten Wochen seiner Tätigkeit gründete er eine Blasmusikgruppe und fand in Matthias Gottinger, der eine Krämerei in Rannariedl führte, in Leopold Arnezeder, dem Postmeister und Gastwirt der Schloßtaverne, sowie in den Bauersleuten aus Dorf Josef Bauer und Otto Mayrhofer seine ersten Musikanten.

Im Jahr 1897 wurde die Musikkapelle behördlich registriert.

Als Anton Wiener im Jahr 1905 als Lehrer nach Hargelsberg kam, hatte er schon eine zusammengeschweißte Kapelle hinterlassen, die offenbar von Matthias Gottinger als Kapellmeister geführt wurde. Nach ihm übernahm Rudolf Wagner die Funktion des Kapellmeisters und hatte sie bis 1939 inne.

Auf einem Gruppenfoto der Kapelle Rannariedl aus dem Jahr 1937 sind schon 22 Musikanten sichtbar: (siehe Foto links)
Ein Protokoll aus dem Jahr 1936 nennt folgende Funktionäre der Musikkapelle Rannariedl: Obmann: Otto Mayrhofer; Kapellmeister: Rudolf Wagner; Schriftführer und Kassier: Schullehrer Karl Krenn; Archivar: Anton Bauer.

 

Die Musikkapelle Rannariedl in Steinlacken
Die Musikkapelle Rannariedl in Steinlacken

Musikprobe wurde beim jeweiligen Kapellmeister abgehalten bzw. in der Schloßtaverne, die von Leopold Arnezeder und nach 1933 von Anton Bauer bewirtschaftet wurde.
Die Taverne war der Mittelpunkt der Kapelle. Nach dem Anschluß Österreichs an Hitlerdeutschland wurde alle Vereine und damit auch die Musikkapelle Rannariedl aufgelöst. Ein letzter Auftritt war die Primiz von Hw. Hr. Karl Gabriel aus Dorf am 19. Juli 1939. Anton Mayrhofer aus Altenhof fungierte bei diesem Fest als Kapellmeister, da die örtlichen Funktionäre aus Parteigehorsam sich weigerten bei der Primiz aufzuspielen. Damit war vorerst das Ende der Musikkapelle gekommen.
Aber auch während des Krieges spielten einzelne alte Musikanten (Wagner, Gottinger, Bauer, Mayrhofer) bei den Gefallenenehrungen beim Kriegerdenkmal in Rannariedl.

Nach dem Krieg war es Otto Mayrhofer jun., der einen Neuanfang wagte. Er war während des Krieges bei der Regimentsmusik gewesen. Mayrhofer organisierte die Instrumente, schrieb händisch die Stimmen, war zugleich Kapellmeister, Kassier und Archivar. Das Notenmaterial wurde von Anton Fenzl aus Dorf und Franz Lachner aus Steinlacken geschrieben. Geprobt wurde wöchentlich am Samstag bei Otto Mayrhofer, oder Sonntagnachmittag, wenn Mayrhofer mit der Tanzmusik unterwegs war.

Am Ostersonntag 1946 feierte die Musikkapelle Rannariedl ihre Auferstehung, die erste Ausrückung nach dem Krieg. Es wurde von Rannariedl bis zum Bühel beim Dorf gespielt. 4 Märsche erklangen damals zur Freude der Bevölkerung: der Castaldo Marsch, der Feldherrnmarsch, Alte Burschenherrlichkeit, und der Kärtnerliedermarsch. In den folgenden Jahren wurde am Ostersonntag bis Haitzendorf geblasen und das Repertoire erweitert: Heinzelmännchens Wachparade, Wiener Mädel, Fliegender Holländer.

1948 lies Otto Mayrhofer eine Korn - und Erdäpfelsammlung für die Ausstattung der Musikkapelle mit einer Uniform durchführen. Otto Mayrhofer bildete Musikanten auf allen Instrumenten aus und führte die Musikapelle bis zum Bezirksmusikfest 1951 als Kapellmeister.

Erster Stabführer nach dem Krieg war Otto Kalischko und Obmann war Alois Berger.

Das 50jährigen Bestehen der Musikkapelle Rannariedl, das mit einem Bezirksmusikfest in Rannariedl gefeiert wurde, endete mit einem Zerwürfnis zwischen Kapellmeister und Musikkapelle. Rudolf Wagner sprang als Kapellmeister ein, mußte aber aus Gesundheitsgründen diese Funktion 1952 wieder zurücklegen. Daraufhin übernahm Leopold Weiß aus Pühret als Obmann die Musikkapelle und Franz Lachner die Stelle des Kapellmeisters. In der Folge wurden die Musikproben in die Gaststube Weiß in Pühret verlegt, wofür eigens Bänke für die Probe in der Gaststube gezimmert wurden. Die Probentätigkeit wandelte sich immer mehr zur Abendunterhaltung einzelner spendabler Gäste, was der Entwicklung der Musikkapelle sehr abträglich war. Die Kapelle schrumpfte auf 12 Mitglieder. In dieser Krise sprang Otto Mayrhofer 1965 neuerlich Kapellmeister ein, bieb dies jedoch nur ein Jahr. 1966 übernahm Franz Bauer das Amt des Kapellmeisters und übte dieses bis 1983 aus. Von 1983 an stand Alfred Pamminger am Dirigentenpult. Mit ihm nahm der Musikverein Rannariedl an etlichen Konzertwertungen teil und veranstaltete 1994 das erste Jahreskonzert. Mit den Worten "zwanzig Jahre sind genug" über gab Alfred Pamminger beim Konzert am 20. März 2004 den Taktstock an seinen Nachfolger Arnold Kehrer. Alfred wurde an diesem Tag auch zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Seit 2004 also ist Arnold Kehrer der Kapellmeister des Musikvereines Rannariedl. Die Kapellmeisterausbildung absolvierte er in der Musikschule in Rohrbach und hat diese im April 2007 mit Auszeichnung abgeschlossen.

Unsere Kapellmeister

Franz Wagner Kapellmeister von 1935-1941 und 1951-1952
Franz Wagner Kapellmeister von 1935-1941 und 1951-1952
Otto Mayrhofer Kapellmeister von 1946-1951 und 1964-1966
Otto Mayrhofer Kapellmeister von 1946-1951 und 1964-1966
Franz Lachner Kapellmeister von 1952-1964
Franz Lachner Kapellmeister von 1952-1964
Franz Bauer Kapellmeister von 1966-1982
Franz Bauer Kapellmeister von 1966-1982